Die Stadt und ihr Kunstmuseum überraschten

Dortmund- die große Unbekannte

Stadtführerin Ute Leupold machte das Unmögliche möglich, denn obwohl die Stadt zu über 90 Prozent zerstört wurde im Krieg, liess sie das alte Dortmund mit seinen  berühmten Kaufmannsfamilien, mit sprudelnden Quellen und Bächen, die die Dortmunder Brauereien berühmt machten und reichen Bürgern, die sich eine Unzahl von Kirchen bauten, wieder aufleben. Viel ist von der alten Herrlichkeit nicht mehr zu sehen. Aber die 1150jährige Geschichte der Stadt beeindruckte uns doch sehr. Dass es auch Zeiten des Niedergangs gab, verhehlte die Stadtführerin nicht - zeitweise hatte Dortmund nicht viel mehr Einwohner als Kempen zur gleichen Zeit. Doch in der Industrialisierung änderte sich das wieder und die Einwohnerzahlen galoppierten davon. Von den Kirchen sahen wir einige von außen oder von ferne, aber die Reinoldikirche, benannt nach dem Stadtpatron, die besuchten wir natürlich. In der Mittapspause dann wanderten fast alle in die nicht weit entfernte Petrikirche: Das Goldene Wunder von Westfalen - das ist die größere und golden geschmückte Schwester der Kempener Schnitzaltäre. Groartiger Bilderzyklus, an dem man sich nicht satt sehen kann. Mussten wir aber, denn schon ging es in das MKK (Museum für Kunst und Kulturgeschichte) und da kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. Was für eine Sammlung! Großartige sakrale Kunst schon aus dem 12. Jahrhundert bis zu Caspar David Friedrich, Feuerbach und Corinth. Zwei intensive Führungen stellten unseinzelne der Schätze besonders vor. Wir fuhren reich beschenkt - und fast ein wenig beschämt - nach Hause, hatten wir Dortmund doch von einer uns völlig fremden Seite kennengelernt. Wiederkommen lohnt sich.

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