Interessante Radtour nach Hüls und Tönisberg
Über die Felder fuhren wir auf einigen Umwegen nach Hüls, wo uns Karl Heußen vom Heimatverein Hüls erwartete. Ein Rundgang über den Markt (wo auch Markt war!) eröffnete unser Sigthseeing-Programm, danach zeigte uns der Heimatfreund die neugotische Kirche St. Cyrakus. Die Kirche wurde von 1864 bis 1870 nach den Plänen von Heinrich Wiethase errichtet, wobei man die alte, kleinere Kirche erst einmal stehen ließ und zunächst den neuen Chor und den vorderen Teil des Langschiffs baute. An der Klausur, einem der beiden Frauenklöster von Hüls, vorbei ging es zur restaurierten und vom Heimatverein sanierten Hülser Burg, die aus dem Jahr 1455 stammt. Hier konnten wir auch in den Turm (in dem heute ein Trauzimmer ist) und auf den Wehrgang. Den Abschluss unseres Rundgangs war die Besichtigung der Heimatstuben, des kleinen Museums des Heimatvereins, für die meisten von uns unbekannt - und dabei so interessant und gut gemacht (geöffnet jeden Sonnatg von 15-17 Uhr, es werden sicher einige wiederkommen). An die Heimatstuben schließt sich die Konventskirche an, die Kirche des zweiten Hülser Frauenordens im Kloster St. Cäcilia. Für einige war das fast ein Heimkommen, da sie dort aus St. Hubert manchmal beim Gottesdienst gewesen waren, für andere völliges Neuland. Toll, dass wir auch auf die Nonnenempore aus dem 18. Jahrhundert durften, die ein echtes Highlight war. In der Konventskirche auch die älteste Darstellung der Kevelaer-Madonna von 1645. Unser Stadtführer Karl Heußen bekam viel Applaus für seine kundige Führung.
Nach einer Mittaspause auf der Terrasse von Cafe Haberstroh ging es weiter nach Tönisberg, vorbei an Haus Erprath, einem alten Rittergut mit seinem schönen Herrenhaus aus dem 19. Jahrhundert. In Tönisberg erwartete uns Paul Lutz Weynans, stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins Tönisberg, an Haus Baaken. Der Heimatverein ist froh, dass das alte Haus nach zweijähriger Renovierung wieder in neuem Glanz erstrahlt und es möglich wurde, dass der Heimatverein dort zumindest für die nächsten zehn Jahre eine neue Bleibe in der Heimatstube gefunden hat. Ein Teil der Sammlung des Heimatvereins von historischer Töpferware aus Tönisberg bis zu Haushaltsgegenständen kann dort wieder angeschaut werden. Auch der Vorsitzende des Heimatvereins Helmut Thissen kam vorbei, um uns in Tönisberg willkommen zu heißen. Die Heimatstube ist übrigens jeden 1. Sonntag im Monat von10.30 bis 12.30 Uhr geöffnet. Das Engagement beider Heimatvereine in Hüls wie auch in Tönisberg zeigt, was Ehrenamtler mit Herzblut in und für unsere Gemeinden leisten und umgesetzen - Initiativen, die die Kommunen allein nicht hätten umsetzen können.
Zurück machte Tina Hirop noch einen Stopp an der Vinnbrück und berichtete vom Vertrag, der im Jahr 1284 hier geschlossen wurde und vielleicht die Geschicke unserer Region hätte ganz anders beeinflussen können - wenn der Kölner Erzbischof nicht die Schlacht von Worringen 1288 verloren hätte und deshalb seinen Einfluss um Tönisberg einbüsste. Am Düwelshof und St. Huberter Berfes erhielten die Teilnehmer noch ein kleinen Einblick in Fachwerkbau.
Erneut zeigte der Blick in die Nachbarschaft uns bei der Sommerradtour das reiche Erbe unserer Region und gab uns kenntnsireiche Einblicke. Wunderbarer Tag.
Fotos: Ina Germes-Dohmen, Heike Höltken