Dreitagesfahrt 2023 nach Gotha in Thüringen

Neben der Lutherstadt Eisenach, der Landeshauptstadt Erfurt und der Kultur- und Goethestadt Weimar führt diese ehemalige herzogliche Residenzstadt ein unverdientes Nebendasein, was sich aber zu ändern beginnt. Der KGMV will mit dieser Fahrt die „Highlights“ dieser Stadt erlebbar machen und sie in die genannte Städtefolge als gleichberechtigt einreihen.

   Gotha – an der alten Via Regia gelegen, die einst vom Mittelrhein bis nach Schlesien als Handels-, Militär- und Pilgerweg führte - erlangte durch Handel und Waidanbau und schließlich seit dem 17. Jahrhundert durch das neu gegründete ernestinische Herzogtum Sachsen-Gotha etc. zunehmend an wirtschaftlicher und kultureller Bedeutung.

Nach einer karolingischen Urkunde soll sich hier einst ein fränkischer Königshof - erwähnt als „Vila gotaha“ – befunden haben. Die in der DDR-Zeit sehr herunter gekommene Stadt ist glücklicherweise nach der Wende durch aufwendige Restaurierungen wie ein Phoenix aus der Asche wieder erstanden.

Davon künden die gewaltige hoch über der Stadt thronende Vierflügelanlage des frühbarocken Schlosses mit ihren ungleichen Türmen, die den Weg hinunter zum Hauptmarkt begleitende Wasserkunst von 1895 (eine aus dem 15. Jahrhundert ersetzend) mit ihren Springbrunnen, Fontänen und Wasserfällen, das am Hauptmarkt befindliche, bereits oben von der Schlossterrasse aus zu bestaunende rote Renaissance-Rathaus (zunächst als Kaufhaus und vorrübergehender Wohnsitz Herzogs Ernst I während des Schlossbaues; im 19. Jahrhundert im Neorenaissance-Stil erweitert) sowie die prächtigen, abwechslungsreich gestalteten Bürgerhäuser (teilweise noch mit steinernen Hausmarken, Wappen und Bibelsprüchen).

Sehenswert sind auch die beiden großen Parkanlagen: der barocke Orangeriegarten von 1747 sowie der seit 1769 bestehende Schlosspark im englischen Stil (mit seinen 37 ha einer der größten und schönsten Parkanlagen Deutschlands).

Wie Siegel des 13. Jahrhunderts bezeugen, fungiert der Heilige Gothardus als Stadtpatron. Seine Bischofsgestalt mit Bibel und Krummstab findet sich u.a. im Stadtwappen, am Rathausgiebel und als Brunnenfigur am Hauptmarkt. Gothardus war zunächst Abt des Benediktiner-Klosters Hersfeld und später Bischof von Hildesheim. Er starb am 5. Mai 1038. Zu seinen Ehren wurde im 12. Jahrhundert in Hildesheim die Godehard-Basilika errichtet (wir erinnern uns an deren Besichtigung im Juni 2022).

Zu Gothardus‘ Beziehung zu Gotha gibt es nur Vermutungen: möglicherweise war es die Verwandtschaft der Namen; auch hält sich die Legende, er habe die erste Stadtmauer errichten lassen. Nach einer mittelalterlichen Urkunde (1422) war es alter Brauch, den Heiligen an seinem Todestag mit einer Prozession, Gebeten, Gesängen und Spenden an Bedürftige zu ehren und ihn um Frieden und Schutz vor Unbill zu bitten. Seines Todestages wird bis heute jährlich mit dem dreitägigen Gothardusfest am ersten Maiwochenende gedacht: mit großem Festumzug, Lichterlauf, Riesenrad und Feuerwerk an der Orangerie und der Wasserkunst.

Um Gotha kennenzulernen, werden wir nach dem Einchecken am Freitagnachmittag zum Stadtrundgang „intensiv“ vom Hotel abgeholt. Ein gemeinsames Speisen im Hotel beschließt den Abend.

Am Samstagvormittag besichtigen wir wechselweise in zwei Gruppen das Herzogliche Museum und das Schlossmuseum mit seinen hochkarätigen Sammlungen und Einrichtungen. Das schlossartige, feierlich am 17. April 1879 eröffnete Herzogliche Museum ließ Herzog Ernst II von Sachsen-Gotha errichten, um seine hochkarätigen Schätze der Bevölkerung zugänglich zu machen (u.a. deutsche und niederländische Gemälde, Skulpturen, japanische und chinesische Kunst, Porzellan; ägyptische Mumien).

Im Schlossmuseum werden uns die Herzoglichen Gemächer, die Kunstkammer und das barocke Ekhof-Theater mit seinen originalen Bühnenkulissen und der zugehörigen Effektmaschinerie (wie Donner- und Windmaschinen) gezeigt.

Am Samstagnachmittag hoffen wir auf passables Wetter bei einer Führung durch die erwähnten weitläufigen Schlossgärten.

In den Freizeiten kann man vom Hotel aus bequem zu einem Stadtbummel aufbrechen, die netten Cafés erkunden oder auch im Shop der Tourist-Information (Hauptmarkt 40) landestypische Kleinigkeiten erwerben. Empfehlenswert ist auch eine Stipvisite zur Gartensiedlung „Am Schmalen Rain“ im Gothaer Süden, eine hufeisenförmig angelegte Genossenschaftswohnsiedlung mit 96 wunderschön sanierten Reihenhäusern. Sie wurde in den 20/30er Jahren im Zusammenhang der damaligen Gartenstadtbewegung für bezahlbares Wohnen errichtet.

Am Sonntagmorgen ist Auschecken angesagt. Bevor es jedoch in Richtung Niederrhein geht, fahren wir bei Eisennach von der Autobahn ab nach Creuzburg, wo wir die Werra auf der ältesten Natursteinbrücke (1223) kurz zu Fuß die Werra überqueren, um einen Blick in die kleine spätgotische Brückenkapelle, die Liboriuskapelle (1499) mit ihren Fresken zu werfen. Die um 1520 entstandenen, in den Reformationswirren übertünchten, 1932 wieder entdeckten Fresken zeigen u.a. das Jüngste Gericht sowie Szenen aus dem Leben Christi und der Heiligen Elisabeth.

Leitung: Ursula Kurth

Tel.: 021 52 - 99 47 838 oder 0151 - 22 91 12 76

und Dr. Ingeborg Unger

Tel.: 021 52 - 51 72 30 oder 0171 - 17 88 108

Abfahrt 30. Juni: 8.15 Uhr

Rückfahrt 2. Juli nach Kempen: 13 Uhr

Ankunft in Kempen: ca. 18 Uhr

Übernachtung: Hotel am Schlosspark

Reisepreis:

Fahrt, Übernachtung mit Frühstück, ein Abendessen  und Führungen pro Person:

Für Mitglieder: 310 € im Doppelzimmer, 330 € im Einzelzimmer

Für Nichtmitglieder: 330 € im Doppelzimmer, 350 im Einzelzimmer

Anzahlung: 100 € bis zum 1. April 2023

Restbetrag: fällig zum 1. Mai 2023

Weitere Informationen, auch zu den Stornierungsbedingungen, finden Sie auf unserer Homepage.

Änderungen vorbehalten!

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