Der Grafiker und Glasgestalter Joachim Klos (1931-2007)

Kartons für Goch
Bei der Arbeit an den Kartons für St. Maria Magdalena in Goch, um 1980. Foto: Nachlass des Künstlers

Glasmaler und -gestalter sind der breiten Öffentlichkeit selten bekannt. Die architekturbezogene Glasmalerei ist ein von nur wenigen Spezialisten beackertes Feld der Kunstgeschichte. International, vor allem im englischsprachigen Raum, wurden die Entwürfe von Joachim Klos stark beachtet. Am Niederrhein, wo er in Nettetal-Schaag von 1967 bis zu seinem Tode 2007 lebte und arbeitete, sind Name und Werk dagegen nahezu unbekannt.

Klos zählt gemeinsam mit Ludwig Schaffrath, Johannes Schreiter, Wilhelm Buschulte, Hubert Spierling und Jochem Poensgen zu den bedeutendsten Meistern der Glasmalerei der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. 1931 im thüringischen Weida geboren, erhielt er seine künstlerische Ausbildung an der „Staatlichen Industrieschule“ in Sonneberg, der „Staatlichen Hochschule für Baukunst und Bildende Künste“ in Weimar und von 1952 bis 1957 an der Krefelder Werkkunstschule in der Klasse für Glasmalerei und Mosaikbildkunst bei Prof. Gustav Fünders.

Als freischaffender Grafiker und Glasgestalter schuf er in einem Arbeitsleben von nahezu unausgesetzter Tätigkeit Entwürfe für Glasfenster in 127 kirchlichen, 30 profanen und mindestens 34 privaten Gebäuden zwischen Emmerich und Mönchengladbach und jenseits des Rheines bis weit ins Westfälische hinein. Parallel zur Entwurfsarbeit für Glasfenster entstand ein mehrere tausend Blatt umfassendes grafisches Werk, in dem sich die sein Werk kennzeichnenden, abrupten stilistischen Wendungen häufig vorbereiteten und aus dem er, vor allem im Spätwerk – sich selbst zitierend – schöpfte.

Kempen, Franziskanerkloster, Rokokosaal

Eintritt für Nichtmitglieder: 5 €
Eintritt für Mitglieder kostenlos

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