Hexenverfolgung am Niederrhein

Hexenverbrennung
Hexenverbrennung aus: H. Löhr, Wehmütige Klage der frommen Unschuldigen (Amsterdam 1676)

Vortrag von Dr. Claudia Kauertz

In den verschiedenen Regionen Deutschlands wurden vom 15. bis 18. Jahrhundert etwa 60.000 Menschen – Frauen, Männer und Kinder – als Hexen verbrannt. Die Rheinlande gelten dabei als eine der Kernzonen der europäischen Hexenverfolgungen, die in den Jahren zwischen 1585 und 1635 ihren Höhepunkt erreichten. Allerdings waren Hexenprozesse nicht in allen rheinischen Territorien gleichermaßen verbreitet. Vielmehr lassen sich zeitliche und regionale Unterschiede feststellen. Zentrum der Hexenverfolgungen waren die südlichen Rheinlande, insbesondere der südliche Teil des Erzstifts Köln. Im Norden, zu dem auch das Gebiet des heutigen Kreises Viersen zählt, zeigt sich ein anderes Bild. Der nördliche Teil des Erzstifts Köln, der nördliche Teil des Herzogtums Jülich und das Herzogtum Geldern gehörten insgesamt zu den weniger verfolgungsintensiven Regionen. Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts fanden hier zwar bereits früh erste Hexenprozesse statt, doch blieb die Verfolgungsintensität während der späteren Verfolgungshöhepunkte deutlich hinter der der südlichen Rheinlande zurück.

Folterszene
Folterszene aus: H. Löhr, Wehmütige Klage der frommen Unschuldigen (Amsterdam 1676)

Der Vortrag nimmt besonders die Situation auf dem Gebiet des heutigen Kreises Viersen in den Blick und gibt auf Basis der Quellen Antwort auf häufig gestellte Fragen: Was waren die Rahmenbedingungen der Hexenverfolgungen und wann begannen sie? Welchen Stellenwert besaß der Hexenglaube in der Frühen Neuzeit? Welche Inhalte umfasste er? Wer waren die Träger der Verfolgungen? Welche Rolle spielten die Kirchen? Wer waren die Angeklagten und wie gerieten sie in den Fokus der Verfolgung? Wie liefen die Hexenprozesse in der Praxis ab? Gab es Kritik an den Hexenverfolgungen und wie äußerte sich diese? Warum fanden die Verfolgungen im 18. Jahrhundert ein Ende?

Kempen, Franziskanerkloster Rokokosaal

Eintritt für Nichtmitglieder: 5 €
(freier Eintritt  für Mitglieder)

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