Oskar Schlemmer

1888 in Stuttgart geboren, erhielt Schlemmer seine künstlerische Ausbildung an der Akademie in Stuttgart bei Adolf Hölzel, ab 1912 als dessen Meisterschüler. Als einer der ersten Meister wurde er 1920 von Gropius an das Staatliche Bauhaus Weimar berufen. 1921 wurde er Formmeister der Steinbildhauerei, ab 1922 Meister der Werkstatt für Wandmalerei und zugleich bis 1926 Formmeister der Holzbildhauerei. Um 1923 übernahm er auch die Bauhausbühne. Im Jahre 1928 richtete er den wichtigen Kursus „Der Mensch“ ein.

Von 1929 bis 1932 lehrte er an der Akademie für Kunst und Kunstgewerbe in Breslau und anschließend bis zu seiner Entfernung aus dem Staatsdienst im Jahre 1933 an der Vereinigten Staatsschule für freie und angewandte Kunst in Berlin. Nach Jahren, in denen er sich durchschlagen musste, fand er 1940 schließlich in dem Industriellen Dr. Kurt Herberts einen Mäzen, der ihn, wie u. a. auch die Künstlerkollegen Gerhard Marcks, Willi Baumeister und Georg Muche, in seiner Lackfabrik beschäftigte. Schlemmer richtete dort ein Labor für lacktechnische Versuche ein, in dem er bis zu seinem Tode 1943 arbeitete.

Oskar Schlemmers wichtigster und originellster Beitrag zum Bauhaus war neben der Bühnenarbeit der 1928 eingerichtete Kursus „Der Mensch“. Dort befassten sich die Studenten mit der Struktur des menschlichen Körpers, seiner Bewegung und seinem Verhältnis zum Raum. Mit der Einbettung dieser Analyse in eine philosophische Anthropologie entwickelte Schlemmer ein komplexes didaktisches und weltanschauliches Programm. Er fand in der menschlichen Gestalt ein Maß, das angesichts der Zerrissenheit der Zeit und auch des Bauhauses allein noch Halt bieten konnte. Sie blieb zentraler Bezugspunkt seines gesamten Schaffens: „Dennoch bleibt ein großes Thema, uralt, ewig neu, Gegenstand der Bilder aller Zeiten: Der Mensch, die menschliche Figur“. In seiner Menschendarstellung ging es ihm um eine auf Allgemeinheit zielende Typenbildung: „Das Elementare im Figürlichen ist der Typus. Seine Schaffung letzte, höchste Aufgabe“. Sein Stil ist durch die Kombination einer sachlichen, aber nie streng konstruktivistischen Formensprache und den anhaltenden Bezug auf die menschliche Figur charakterisiert.

Vortrag in Zusammenarbeit mit der VHS Kreis Viersen

Kempen, Franziskanerkloster, Rokokosaal

Eintritt für Nichtmitglieder 5 €
Für Mitglieder kostenlos

 

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