Digitaler Vortrag „Karl V. - Von der Aktualität einer Wendezeit“

Vortrag von Prof. Dr. Frank Pohle, Aachen, Kurator der Ausstellung im Aachener Centre Charlemagne

Am 23. Oktober 1520 wird Karl V. im Aachener Dom zum König gekrönt. Doch Karl V., auf dem Weg zum mächtigsten Herrscher der Welt, steht schon für eine Ära des Umbruchs, für die bröckelnde Fassade eines bis dahin unerschütterlichen Weltgebäudes:

23. Oktober 1520: Karl V. wird im Aachener Dom zum König gekrönt – wie mehr als 30 andere deutschrömische Könige von 931 bis 1531. In Pomp und Pracht lässt der „Herbst des Mittelalters“ hier seinen späten Glanz erstrahlen. Doch Karl V., auf dem Weg zum mächtigsten Herrscher der Welt, steht als Enkel und Nachfolger des „letzten Ritters“ Maximilian I. bereits für eine Ära des Umbruchs, für die bröckelnde Fassade eines bis dahin unerschütterlichen Weltgebäudes. Schon seine Wahl geht alles andere als glatt über die Bühne. Nur durch eine bis dahin beispiellose Bestechungskampagne gelingt es Karl, sich die Krone zu sichern – und die Wahl zum Kaiser gleich dazu. (Die Krönung zum Kaiser wird erst 1530 in Bologna stattfinden.) Karl, ältester Sohn von Philipp I. und Johanna von Kastilien, erbt 1506 den burgundischen Thron seines früh verstorbenen Vaters. Später fallen ihm auch die vereinigten Königreiche von Kastilien, Aragon und Granada sowie die Königreiche von Neapel, Sizilien und Sardinien zu. Damit nicht genug: In Süd- und Mittelamerika herrscht Karl über das riesige spanische Kolonialreich. Unter seiner Regentschaft erreichen die Zerstörung der altamerikanischen Kulturen sowie die Ausbeutung und Versklavung der indigenen Völker durch die Konquistadoren ihren traurigen Höhepunkt. Karl V. herrscht über ein globales Imperium, das man später ein Reich, „in dem die Sonne nie untergeht“, nennen wird. Doch kämpft er zugleich auch immer mit dem Anspruch auf ein universales Kaisertum und dem Problem, diesen Anspruch in den verschiedenen Teilen seines Weltreichs durchzusetzen, zumal in einer Zeit vielfältiger Umbrüche: Die militärische und die Medien-Revolution führen zu einem Paradigmenwechsel. Das alte Weltbild zerbricht im Zuge der ersten Globalisierung. Das Vordringen der Türken stellt eine äußere Bedrohung dar. Der Bruch der Glaubenseinheit im christlichen Europa durch die Reformation tut ein Übriges. Karls globales Reich wird unregierbar. 1556, im Alter von 55 Jahren, legt der mächtigste Mann der Welt Krone und Ämter nieder. Ein Kloster westlich von Madrid ist das letzte Refugium des Kaisers. Dort stirbt er am 21. September 1558. (Centre Charlemagne, Aachen)

Digitaler Vortrag „Karl V. - Von der Aktualität einer Wendezeit“
So, 29. November 2020, 11:15 Uhr

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