"Limburg - Geschichte einer Grenzregion zwischen Niederlande und Rheinland" Vortrag von Jacques van Rensch

 

Durch die Pragmatische Sanktion von 1549 vererbte Kaiser Karl V. seinem Nachfolger Philipp II. die siebzehn Provinzen im Nordwesten des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation. De facto wurden sie damit als Burgundische Habsburgische Niederlande aus dem Reich herausgelöst und es entstand nördlich des Rheins die Grenze, die heute die Niederlande und Deutschland trennt. Südlich, links und rechts der Maas, blieb ein Flickenteppich von kleineren Territorien, mit Verbindungen nach Osten und Westen.

Philipps Versuch, die Rechte der einzelnen Provinzen zu beschränken und den aufkommenden Protestantismus zu bekämpfen, führten zum Achtzigjährigen Krieg (1568-1648). Die nördlichen Provinzen erklärten Philipp 1581 für abgesetzt, die Stände übernahmen die Souveränität und schlossen sich als „Generalstaaten“ zusammen. Jede Provinz hatte einen Statthalter, der nicht Fürst, sondern Erster Diener der Staaten und Befehlshaber des Militärs war. So entwickelte sich die Republik der Vereinigten Niederlande mit einer für das damalige Europa einmaligen Verfassung.

Teile der südlichen, königstreuen Provinzen, also der Spanischen, später Österreichischen Niederlande, wurden im Lauf des Achtzigjährigen Krieges von den nördlichen Generalstaaten erobert. Das Ergebnis wurde die Grundlage der heutigen belgisch-niederländischen Grenze. Eine Einheit des territorial weiter zersplitterten Gebiets wuchs jedoch erst durch die französische Annexion und die Aufteilung in die Departements. Nach der napoleonischen Zeit entstand das Königreich der Vereinigten Niederlande mit der Provinz Limburg, wodurch Preußen von der Maas ferngehalten wurde.

Wirtschaftliche und religiöse Gegensätze und das undiplomatische Auftreten des Königs führten zu einer Revolution und der Unabhängigkeitserklärung Belgiens. Die Provinz Limburg schloss sich mit Ausnahme von Maastricht Belgien an und wurde geteilt: Der Westen blieb bei Belgien, der Osten (einschließlich Maastricht) wurde als Herzogtum Limburg wieder Teil der Niederlande, aber gleichzeitig auch Mitglied im Deutschen Bund. Durch diese Doppelstaatlichkeit war Limburg 1848 auch mit Abgeordneten im Frankfurter Parlament vertreten. Erst durch die Auflösung des Deutschen Bundes 1866 wurde Limburg eine vollwertige Provinz im Königreich der Niederlande. Die wechselvolle Geschichte der Limburger Nachbarn zwischen den Niederlanden und dem Rheinland beleuchtet der Vortrag des Rechtshistorikers und langjährigen niederländischen Reichsarchivars Dr. Jacques van Rensch. Seit 2020 ist der Referent Vorsitzender des Koninklijk Limburgs Geschied- en Oudheidkundig Genootschap.

Sonntag, den 16. April

Kempen, Rokokosaal des Franziskanerklosters

Eintritt für Nichtmitglieder: 5 €

Änderungen vorbehalten!

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