Tagesfahrt in die Eifel - Kloster Steinfeld

Die weitläufige, zum Erzbistum Köln gehörende Anlage des Klosters Steinfeld - mit romanischer Kirche und Kapellen, spätgotischem Kreuzgang, barocken Nebengebäuden, Höfen, parkartigen Gärten und der um 1800 erstellten Außenmauer - ist ein eindrucksvoller Anziehungspunkt in der Eifel.

Eine kleine Vorgängerkirche mit einem kleinen Benediktinerinnenkloster wird bereits unter Kaiser Heinrich I um 950 vermutet.

Derartige Kapellen bildeten an vielen Orten in Europa (darunter auch auf dem berühmten Mont-Saint-Michel in der Normandie) den Grund für deren spätere Erweiterung sowie für den Anbau eines Klosters. So auch in Steinfeld.

Der erhaltenen Grundsteininschrift nach erfolgte der Bau der heute noch bestehenden Kirche im Jahre 1142. Initiatoren waren die Augustinerchorherren unter dem ersten Probst Evervin. Diese hatten sich 1438 der dem Urchristentum verpflichteten Reform des Norbert von Xanten (*Gennep +Magdeburg) aus dem Kloster Premonté (Nordfrankreich) angeschlossen.

Den Reformgeist dieses Ordens werden Sie in der schlichten, klar strukturierten, dreischiffigen kreuzgratgewölbten Pfeilerbasilika – trotz späterer Anbauten - wiederfinden: gebundenes System, Westwerk mit Vorhalle und Michaelskapelle, halbrunde Apsis, rechteckige Chorkapellen, Querschiff, Vierungsturm. Sie gehört damit zu den ältesten Gewölbebasiliken am Niederrhein (z.B. Wissel, St. Clemens). Trotz der Barockausstattung des 17./18. Jahrhunderts und späterer Restaurierungsmaßnahmen - insbesondere am Westbau nach dem Brand von 1873 - hat sie nichts von ihrer Klarheit eingebüßt.

Abgesehen von der schlichten Baulichkeit gilt unser besonderes Augenmerk den wunderschönen, wenn auch mehrfach restaurierten Malereien.

Noch in romanischer Zeit (um 1170) erhielt die Ursulakapelle ein Fresko mit Jesus in der Mandorla, umgeben von den Evangelisten-Symbolen, Engeln, der Heiligen Ursula und ihren Begleiterinnen.

Beeindruckend sind auch zwei Monumentalmalereien (um 1325) an den östlichen Vierungspfeilern: rechts Maria mit Kind, verehrt von Chorherren zu ihren Füßen; links der Kirchenpatron und Märtyrer - der Heilige Potentinus - mit Schwert und Lanze.

Auf einem Pfeiler im südlichen Querschiff berührt den Betrachter ein kleines farbintensives Fresko mit der Kreuzigung (um 1340): unter einem hochgotischen Baldachin - vor blauem, mit Lilien geziertem Behang - hängt der tote Christus am Kreuz, beweint von Maria und Johannes, verehrt von zwei Stifterfiguren. Die Darstellung erinnert an ein verwandtes Kreuzigungsfresko in der Johanneskapelle des Kölner Domes.

Von besonderem Zauber sind die Gewölbemalereien, um 1509 wahrscheinlich von Meister Hubert von Aachen ausgeführt: eine Vielfalt von filigranen Fantasieblüten in distelartigem Rankenwerk, bei denen keine der anderen gleicht.

Vom ehemaligen Lettner haben sich drei Holztüren und eine als Triumpfkreuz dienende spätgotische Kreuzigungsgruppe erhalten (heute in der Vorhalle). Der farbige, meisterlich ausgeführte Bilderzyklus des Kreuzgangs umfasste die Heilsgeschichte vom Sündenfall bis zur Auferstehung. Heute unverständlich wurden diese Fenster 1785 zugunsten einer klaren Verglasung entfernt und dann über den Kunsthandel „verscherbelt“. Durch glückliche Umstände konnten eine Sockelscheibe mit dem Apostel Simon und ein kleines Fragment mit einem bärtigen Mann zurückgeholt werden. Die abenteuerliche Geschichte der spannenden Wiederauffindung dieser Verglasung, einem bedeutenden Werk rheinischer Glasmalkunst der Renaissance, erfahren wir sicherlich in der Führung.

Nicht zu übersehen im Mittelschiff ist das barocke Hochgrab des Ortsheiligen und Mystikers Hermann Joseph von 1732. In Köln um 1150 geboren, kam dieser als 12-jähriger frommer Knabe nach Steinfeld, wo er - nach einigen Lehrjahren im friesischen Kloster Mariengarten - zum Priester geweiht wurde und bis zu seinem Tode 1241 - gemäß den Ordenregeln - als Seelsorger im Umland gewirkt hat. Dort abgelegte Äpfel erinnern an dessen Marienverehrung: der Legende nach brachte der kleine Hermann Joseph in der Kölner Kirche Maria im Kapitol der heute noch vorhandenen romanischen Marienfigur Äpfel als Geschenk dar, was ihm die Bezeichnung als Apfelheiliger einbrachte. Bis zur Säkularisation des Klosters 1802 wirkten in ununterbrochener Reihenfolge 44 Prämonstratenser-Äbte. 1923 übernahm der durch Franziskus Maria vom Kreuze Jordan gegründete Missionsorden der Salvatorianer das Kloster mit Schule und Internat.
Seit 2015 bietet das Kloster Urlaubern, Auszeit- und Ruhesuchenden komfortable Zimmer und Appartements in den modernisierten Baulichkeiten an.

Die einstündige Führung durch Basilika und Kreuzgang beginnt um 11 Uhr. Im Anschluss an die Führung wird unser Mitglied, Frau Ute Gremmel-Geuchen, uns etwa eine halbe Stunde lang die prächtige, 1678 begonnene und von Balthasar König aus Bad Münstereifel 1727 vollendete Orgel vorführen.

Danach kann man ein Mittagsmahl oder eine Jause in der Klosterschänke oder gegenüber im Restaurant „Zur alten Abtei“ genießen. Empfehlenswert ist auch der Besuch von Kloster-Shop und Buchhandlung sowie ein Spaziergang im Park rund um das Kloster mit seinem Labyrinth.

Samstag, 7. Mai

Leitung: Dr. Ingeborg Unger
Tel.: 0 21 52 - 51 72 30

Abfahrt: 8.45 Uhr
Rückkehr: ca. 17.15 Uhr

Kosten für Fahrt, Eintritt und Führung:
Für Mitglieder: 32 €
Für Nichtmitglieder: 36 €

Anmeldeschluss: 16. April

Änderungen vorbehalten!

[zurück]